warum veränderung so schwer ist
„mach ich nicht. schaff ich nicht. geht nicht.“ das sind die drei killersätze, wenn´s um eine anstehende veränderung geht. natürlich, man wünscht sich schon, das da sich „was ändert“. und … irgendwie wär´s ja auch „cool“, wenn man diese oder jene veränderung hinter sich gebracht hätte. aber - es ist wie immer: der schalter im kopf lässt sich nicht umlegen. oder zumindest nur schwer.
muhammad yunus, wirtschaftswissenschaftler aus bangladesh (begründer des mikrofinanz-gedankens / friedensnobelpreis 2006) erzählte auf einer konferenz folgende begebenheit:
in seinem heimatland ist vielerorts das grundwasser vergiftet. die leute trinken dieses wasser. jeden tag. immer. weil: sie sind arm und geben das bisschen geld, das ihnen zum leben zur verfügung steht, für andere dinge aus.
yunus hat die not erkannt und ist einen deal mit einem französischen getränkehersteller eingegangen. der liefert billigst trinkwasser ins land. dieses wird für sehr wenig geld von einheimischen verkauft. genial: durch diese maßnahme wird den menschen geholfen UND die einheimischen wirtschaft angekurbelt.
soweit die theorie. in der praxis sieht das jedoch ganz anders aus: das billige, saubere und reine wasser wird nicht gekauft. originalton der menschen dort: „ich habe doch hier das kostenlose wasser. wieso soll ich auf einmal mein geld dafür ausgeben? und wenn es mich umbringt, kann ich auch nichts dagegen machen. jetzt und heute werde ich keinesfalls davon sterben.“ sagen´s und lassen das vergiftete wasser durch ihre kehle rinnen.
- es war schon immer so.
- ich hab´das schon immer so gemacht.
- ich will nicht der erste sein, der damit anfängt / aufhört.
- was sagen meine nachbarn / familie dazu?
- die anderen sollen sich verändern, dann mach ich´s auch.
- ich brauch´mein geld für wichtigere dinge.
- no risk no fun.
alles aussagen, die nicht nur in bangladesh zu hören sind. und genau DESHALB ist veränderung so schwer.

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„da kann man nix machen“, kölnert mich der handwerker an. „die müssen runter, bis auf die maur.“ dann zupft er an einer tapete, die - frisch gestrichen versteht sich - gerade mal drei wochen auf der wand klebt. er sieht meinen genervten blick und sagt dann: „hinterher isset wieder jot!“ ich nicke ab und lass´ ihn sich austoben. klar hat er recht, das zeug muss runter und erst dann kann man die nasse wand richtig trocken legen. dafür gibt´s dann die gebläsetrockner, die tag und nacht eine hitze produzieren und so das wasser aus der letzten ritze saugen. 




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