Tim K.

Foto: AP
„Wer war Tim K.?“ „Details zum Täter“ oder „die letzten Sekunden von Tim K.“, Headlines aus den Zeitungen und dem Internet über den 17jährigen Amokläufer von Winnenden, der gestern 15 Menschen und anschließend sich selbst tötete.
Als unauffällig, ruhig und introvertiert wird er beschrieben. Aus einem gut situierten Elternhaus kommend mit dem gleichen Hobby wie sein Vater: Schusswaffen. Er spielte gut Tischtennis, war eher schlecht in der Schule, hatte keine Freunde. Auf seinem Computer werden Gewaltvideos gefunden.
Nur, was sagt das über Tim K. wirklich aus? Was sagen Hobbys, Elternhaus und Freundeskreis über einen Menschen aus? Oder was, das Spielen von Gewaltvideos? Es fällt relativ leicht, ein Urteil über Tim zu sprechen. Er ist 16facher Mörder, hat 16 Familien zerstört, eine Schule in Angst und Schrecken versetzt und eine ganze Stadt in Trauer. Tim K. ist schuldig, wie es schuldiger nicht geht. Daran ändern auch seine noch im Unklaren liegenden Motive nichts.
Ich habe mich gefragt, wie ich mich fühlen würde, wenn Tim K. jemanden aus meiner Familie getötet hätte. Vielleicht meine Schwester in der Schule. Oder meinen Dad, der gerade zufällig im Autohaus stand. Aber ich habe mich auch gefragt, wie ich mich fühlen würde, wenn Tim K. mein kleiner Bruder gewesen wäre.

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