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“das Leben gilt´s zu leben”

am 23. februar schrieb ich einen kleinen blogbeitrag über die geschichte von martin fiala, der als 42jähriger im skicross bei der diesjährigen olympiade in vancouver teilnahm. beeindruckend, wie er sich nach heftigen persönlichen tiefschlägen wieder ziele gesetzt und hart daran gearbeitet hat, diese auch zu erreichen. gestern erhielt ich von ihm eine rückmeldung zum beitrag. hat mich sehr gefreut!

Hallo Thomas,

habe herzlichen Dank für Deinen netten Artikel. Es freut mich die passenden Zitate über das Thema Skicross im richtigen Zusammenhang platziert zu sehen. Habe vielen Dank hierfür. Du liegst auch richtig mit dem Kernpunkt Deiner Aussage Entscheidung. Bei mir war es jedoch vielmehr ein Prozess. Aus einem ganz unrealistischen Gedanken wurde zuerst eine unklare Idee, später unglaubliche Motivation und irgendwann dann die Realität. Das Leben gilt es zu leben und das Risiko zwischendurch zu stolpern oder gar zu stürzen ist ist es wert einzugehen, um die eigenen Träume mit dem ganzen Glauben zu träumen.
Gruß Martin

stolpern, stürzen, wieder aufstehen… - im podcast “ich will draußen bleiben” kommt´s zur sprache.

das Unmögliche denken

vorab: vielen dank für rückmeldungen aller art auf den aktuellen podcast „eiszeit“. freut mich!

zweitens: erlaubt euren fragen, nicht nur in den von euch vorgegebenen bezirken nach antworten zu suchen.

drittens: holt euch nicht gleich eine antwort bei einem experten, sondern lasst eure fragen von der leine. erlaubt euren gedanken, das unmögliche zu denken. das UNMÖGLICHE! damit meine ich nicht die fragen, die ihr abends im bett von links nach rechts schiebt. geht an eure gedankengrenze und dann macht noch einen schritt.

was wäre wenn?

kleiner gedankenanstoss: wie würde euer leben aussehen, wenn „was wäre wenn“ eintreten würde? alles toll, chaos, der supergau?

und: was würde es euch kosten, dieses „was wäre wenn“ in eurem leben umzusetzen?

kontinentaldrift

mir geht der (eigene) blogbeitrag von gestern nicht aus dem sinn. da ist von der „verborgenen welt“ die rede. einer welt also, die hinter unserem make up und den trendigen klamotten beginnt. nicht falsch verstehen: ich habe nix gegen ein stylishes outfit und einem entsprechenden make up - im gegenteil.

unser outfit ist der sichtbare teil unserer welt. hier können wir präsentieren, darstellen, auffallen, die unserem typ entsprechende farbzusammenstellung wählen, reaktionen bei anderen hervorrufen und so weiter. hinter den klamotten aber beginnt meine für - alle anderen - unsichtbare welt: gefühle, hoffnungen, wünsche, sehnsüchte, erwartungen, verletzungen, schmerz, leid, wut, zorn. wenn diese beiden welten zu sehr auseinander driften, kommt´s zum chaos.

es gehört zu unseren täglichen bemühungen, beide welten zu beherrschen. die äußere macht uns dabei (meistens) kaum probleme. schwieriger wird´s mit unserer unsichtbaren welt - denn die macht sich irgendwann selbständig.

in vielen gesprächen zeigen sich diese auswirkungen: am anfang ist sicherheit, souveränität und selbstbeherrschung. nach einigen fragen startet die verborgene welt den kontinentaldrift. sie macht sich selbständig und kann mit eigener kraft nicht mehr „gesichert“ werden… und dann kommen die tränen. die lebens-geschichten, die dann erzählt werden, sind tragisch. und meistens ist da von verletzungen die rede, die andere zugefügt haben. ereignisse, die manchmal jahrelang in der vergangenheit zurück liegen. also: dass man seit 283 tagen und 14 stunden nicht verziehen hat, merkt man spätestens daran, dass man den zeitpunkt exakt bestimmen kann…

erwähne ich in solchen gesprächen den namen “jesus”, nennt mein gegenüber meistens zwei begriffe: “ich” & “muss!“ also: „ich muss lieben“; ich muss vergeben“; ich muss dienen“; ich muss demütig sein“. „ich muss ich muss ich muss“.

schon heftig, was ich alles muss. angeblich. erst vor wenigen tagen habe ich in einem gespräch aufgehört, die „ich muss“ zu zählen. es ging nicht mehr. in jedem zweiten satz gab´s diese wortkombination.

dieses thema ist eines für den nächsten podcast. der titel steht (jetzt schon): eiszeit. bis dahin die einladung, mal zu überlegen, was du alles so “musst”. und warum. und was passieren würde, wenn du mit dem “müssen” aufhörst.

trocken legen

dscn1055„da kann man nix machen“, kölnert mich der handwerker an. „die müssen runter, bis auf die maur.“ dann zupft er an einer tapete, die - frisch gestrichen versteht sich - gerade mal drei wochen auf der wand klebt. er sieht meinen genervten blick und sagt dann: „hinterher isset wieder jot!“ ich nicke ab und lass´ ihn sich austoben. klar hat er recht, das zeug muss runter und erst dann kann man die nasse wand richtig trocken legen. dafür gibt´s dann die gebläsetrockner, die tag und nacht eine hitze produzieren und so das wasser aus der letzten ritze saugen.

unter den tapeten kommen riesige wasserflecke zum vorschein. „dat muss alles wech“, höre ich den handwerker sagen und er zieht dabei eine komplette bahn an einem stück von der wand.

ich will dieses ereignis nicht überstrapazieren - aber es passt: wie die tapete, so das leben. wie die (nasse) wand, so unsere verborgene welt. nach außen sehen wir aus wie eine traumtapete von desima: luxuriös, perfekt gestylt, erhaben. so, als ob uns nichts aus der (tapeten-)bahn werfen kann. und doch: dahinter schimmelt´s schon. es ist nur noch eine frage der zeit, bis sich - für alle sichtbar- die ersten flecken zeigen.

im podcast „Der Tiger in mir“ geht´s exakt um dieses thema.

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fühl mich grade nicht danach…

dieses statement höre ich oft. da sitzen mir dann leute gegenüber, die tolle ideen und pläne haben - aber immer an ihren gefühlen scheitern. sie warten auf den kreativen moment, den inspirierenden kick oder den außerirdischen moment.

klar, solche magischen momente gibt´s. manchmal. manchmal auch selten. und wenn, dann zu den unpassendsten zeiten: kein notebook dabei, die batterie in der cam ist leer, die falschen leute sitzen im auto oder da ist wieder mal kein starbucks in der nähe. nix mit „kreativ“ und nix mit „großem kick“.

in solchen gesprächen erwähne ich dann, dass gefühle nicht der maßstab für die umsetzung von ideen und pläne sind. ich sage, dass arbeit nerven kann und mitunter ziemlich hart ist. manchmal ernte ich dafür einen missbilligenden blick. manchmal.

heute morgen kam ich mit einer langen liste ins LifeHouse. kreative arbeit. ideen und pläne. aber - kein magischer moment. stattdessen tropfte das wasser von der wand. dunkle wasserflecken, die keiner übersetzung bedürfen. wasserrohrbruch. nächste runde. darauf erst mal einen kaffee. während die maschine lief, kamen die ersten handwerker. irgendwann fiel mir ein, dass der kaffeeautomat nicht abgestellt wurde. zumindest nicht von mir. ich rase in die küche und die sauerei kommt mir entgegen. es macht spaß, kochend heißen kaffee aufzuwischen. dann schnell die mails verschicken. aber - kein w-lan. meine innere temperatur dürfte auf gleichem level wie die des kaffees liegen.

vor mir liegt meine kreative to-do-liste. ich könnte sie ins eck werfen. an meine vorschläge, die ich in gesprächen weitergebe, denke ich in diesem moment natürlich nicht. „zufällig“ lese ich in seth´s blog: „do your work. ignore the feelings part and the work will follow!“ das sitzt. meine güte, wie recht er hat. es sind ja die selben worte, die ich sonst den anderen sage. heute brauch´s ich. deshalb: danke, seth!

und dann schickt mir ne freundin auch noch einen link zu xavier. „alles kann besser werden“. stimmt. deshalb: danke kristin :-)

wünsche euch allen eine gute woche. und viele hilfreiche gespräche, mails und… keinen wasserrohrbruch.

besuch aus der vergangenheit

tigerbei der vorbereitung zum nächsten podcast kommt mir dieser werbeslogan aus den 70er jahren in den sinn: „pack den tiger in den tank“. gleichzeitig sehe ich den freundlichen tigertankwart vor mir, der (damals…) der star aller grundschüler war. seinerzeit wusste noch keiner etwas mit begriffen wie „merchandising“ oder „permission marketing“ anzufangen. und trotzdem gab´s massenhaft plakate, aufkleber, aufblasbare tigerhüllen und natürlich die tauschbörsen, um das zeug gewinnbringend an die anderen kids zu verticken.

dieser slogan - aus dem nichts hängt er in meinen gedanken. ich krieg ihn nicht wieder los und nach einer kurzen googelei ist die vergangenheit wieder präsent: ich sehe mich und meinen bruder im „esso-tiger-rausch“. wir hatten alles. ALLES :-) und (fast) alles doppelt. der grund: unter uns wohnte eine frau, die damals in der werkstatt einer esso-tankstelle arbeitete. nicht nur, dass uns diese frau ziemlich suspekt schien… - weil eine frau! in einer tankstelle unter einem auto mit einer latzhose einem dicken bauch und ölverschmierten händen überstieg unsere kindliche vorstellungskraft… - nein, diese tankwartmechanikerlatzhosenessobauchfrau überreichte uns fast jeden abend einen neuen aufkleber. und somit machte sie uns zu königen der schulhoftauschbörse. an einem freitagabend dann das unvorstellbare: ein esso-tiger in lebensgröße! aufblasbar. einen, den es nirgends zu kaufen gab. einen, der nur an ausgewählten tankstellen neben der kasse stand. wahnsinn!

zu solchen gedankenreisen lasse ich mich gerne mitnehmen: das sind positive erinnerungen, tolle geschichten und damit verbunden ist auch ein ganz besonderes erlebnis. eines, über das sich mein bruder und ich immer wieder austauschen. tatsache: ich stehe der marke „ESSO“, verkörpert durch den tiger, den slogan und der freundliche mitbewohnerin im haus, außerordentlich positiv gegenüber. allerdings: keine ahnung, wann ich zum letzten mal an einer esso-tankstelle getankt habe. doch aufgrund dieser gedankenreise werde ich das nachholen. und vielleicht gibt´s den tiger ja immer noch. bin gespannt.

was für mich der freundliche tiger ist, kann für andere (s)ein lied im radio sein; wieder andere haben plötzlich einen geruch in der nase, der sie schlagartig in eine andere zeit beamt. dass gedankenreisen nicht immer positiv enden, ist mir bekannt. wenn ich mit leuten über jesus und den glauben rede, fallen immer wieder aussagen wie „druck“, „verbote“, „schläge“ oder „scham“. der begriff „jesus“ bringt also negative erfahrungen aus der vergangenheit ins (gegenwarts-) licht. verständlich, dass so jemand NICHT sagt: „da muss ich mal wieder vorbei!“

mein verhalten hat auswirkungen - und das nicht nur für die nächsten fünf minuten.

hat jemand von euch positive erfahrungen in der kindheit gemacht, die das interesse an jesus und dem glauben geweckt haben?

mit 42 im kampfjet durch die besenkammer

skifahrer1skicross in vancouver gehört für mich zum eindeutig besten, was olympia derzeit zu bieten hat. wenn die jungs auf der buckelpiste in richtung ziel donnern… das muss man(n) einfach gesehen haben. martin fiala, deutscher starter, bringt´s auf den punkt: „wenn niki lauda behauptet, in monaco fliege man mit dem hubschrauber durchs wohnzimmer - dann fliegen wir mit dem kampfjet durch die besenkammer.“

noch mehr als die sportart fasziniert mich dieser martin fiala. er ist 42 jahre alt und somit eindeutig der „oldie“ unter den startern. sein werdegang: 1988 - 1995 alpinskifahrer; teilnahme an zwei weltmeisterschaften (ohne den ganz großen erfolg). danach selbständigkeit: erfolgreicher geschäftsmann im sportbereich. dann: schwerer autounfall. drei monate krankenhaus. fiala: „ich habe meine hände nicht gespürt… und dann bin ich in die reha gegangen und habe mir gesagt, martl, du brauchst irgend ein ziel, damit du am ball bleibst und wirklich jeden tag in den kraftraum gehst, zur krankengymnastik gehst und einfach nochmal versuchst, auf die beine zu kommen.“

sein erstes ziel: skicross. sein zweites: europacupteilnahme. und dann: olympia.

fiala hat´s durchgezogen. hart trainiert, opfer auf sich genommen. sich immer und immer wieder die „sinn-frage“ gestellt und… weiter trainiert. es hat sich gelohnt: in diesen tagen heizt er mit dem kampfjet durch die besenkammer. als ältester „pilot“ donnert der alte mann über die hügel. seine jungen mannschaftskameraden lachen ihn nicht aus. „vom martin können wir nur lernen“, meinte einer. und: nein, er hat keine medaille gewonnen.

gut möglich, dass der ein oder andere vokabeln wie diese nicht mehr hören kann: „ziel finden, ziel anvisieren, losgehen“. natürlich, das klingt alles wunderbar, aber wenn du am anfang stehst und nichts, rein gar nichts weißt, zu was dein leben noch gut sein soll, ist das - zugegebenermaßen - schwierig. nur… jeder, der sich darüber gedanken macht, hat den gleichen ausgangspunkt wie fiala: am anfang ist das tiefe loch. dann kommt der freie fall in die lethargie. dabei rauscht deine vergangenheit an dir vorbei und du denkst, dass all das, was dich bisher ausgemacht und erfüllt hat, nun zu ende ist.

tatsache: nur einer kann den bremsfallschirm zünden. und nein - ich spreche hier nicht von Gott, und auch nicht von jesus. beide haben eine wichtige funktion in diesem prozess, aber am anfang steht… meine entscheidung.

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geht nicht, darf nicht, kann nicht, funktioniert nicht. aus die maus…

boy draw on beach… sind typische statements von einem, der sich näher (oder zum ersten mal) mit jesus und dem glauben beschäftigt.

„zu schön um wahr zu sein“, ist da zu hören. aber unmittelbar nach einer solchen sehnsuchtsäußerung wird die die geballte erfahrung aus zwanzig, dreißig oder noch mehr lebensjahren, in denen jesus - wenn überhaupt - eine nebenrolle zugeordnet war, in die waagschale geworfen. und zack, das war´s. zurück bleiben meist ein verstörtes herz und/oder ein paar vergossene tränen. die hitze des alltags lässt solch spontanen emotionen nicht viel raum. ciao veränderung.

kinder haben´s da viel besser. die gehen mit dem gemüt eines anfängers an die sache heran. kinder sind offen für neues, sind empfänglich und viel schneller bereit, „lass es uns versuchen“ zu sagen.

und was heißt das jetzt für uns lebenserfahrene experten?

das bedeutet: keine veränderung. es gibt keine veränderung. alles beim alten, immer gleich, keine neue erfahrung, kein highlight, keine vergebung, kein neuanfang. nichts. das zum thema „experten“. und: das zum thema „aus die maus“.

übermorgen kommt der neue podcast. und auch in dieser neuen folge spreche ich wieder über „veränderung“; über chancen, das leben und die freiheit. übermorgen = zwei tage zeit zum überlegen. zwei tage zeit um eine entscheidung zu treffen, nicht gleich „geht nicht“ zu sagen; nicht gleich die expertentotschlagargumenttrumpfkarte zu ziehen. du stellst dich ja sonst selbst kalt.

noch ein wort zu jesus… der hat zum thema „kinder“ und „gemüt“ folgendes gesagt: „wer sich gottes neue welt nicht schenken lässt wie ein kind, wird niemals hineinkommen.“

klingt irgendwie ähnlich…