Träume kann dir keiner nehmen…
Martin möchte Maler werden, das weiß er genau. Vögel malt er rot und Elefanten malt er blau. Sein Lehrer sagt ihm ins Gesicht: Rote Vögel gibt es nicht! Du hast kein Talent! Und Martin malt nie mehr.
Kathrin möchte Schiffer werden auf nem Schlepperkahn. Schleppen auf dem Rhein von Basel bis nach Rotterdam. Doch ihr Bruder lacht sie aus: Da wird sowieso nichts draus! Und Kathrin denkt im Stillen: Sicher hat er recht.
Ref. Mach, was du am besten kannst, das ist für alle gut. Mach, was du am liebsten tust, auch wenn das nicht jeder tut. Träume kann dir keiner nehmen, dafür musst du dich nicht schämen. Mach, was du am besten kannst, verliere nie den Mut.
Du hast sicher eigne Pläne, einen eignen Traum. Willst vielleicht mal Gärtner werden oder Zirkusclown. Bis ein anderer dich verlacht und sich drüber lustig macht. Plötzlich wirst du mutlos und verlierst dein Selbstvertraun.
Refrain…

Anne, freie Mitarbeiterin im LifeHouse und heutige Gastautorin
Dieses Lied lief heute durch meinen Kopf. Und ich hab mich gefragt, was meine Träume sind. Und ich frag dich: Was sind Deine Träume? – Oder, hast du überhaupt einen Traum? Es ist nicht immer leicht die Schritte zu gehen, die das eine, große Ziel greifbarer machen. Aber noch fataler ist es, wenn man sich selbst im Weg steht um diesem einen Traum auch nur ein Stückchen näher zu kommen…
…vielleicht fühlst du dich gefangen, so wie ich gerade. Gefangen in einem Gefängnis bei dem die Mauern aus Bequemlichkeit und Lügen, dummen alten Angewohnheiten und Ausreden bestehen. Ein Gefängnis, in dem du gekettet bist an deine eigenen Ängste, deine Unverbindlichkeit, vielleicht auch an Minderwertigkeit, an deine Schüchternheit, deine Unentschlossenheit oder an ein Gefühl des Versagens.
Du hockst, in diesem schön eingerichteten, sicheren und warmen Gefängnis, vielleicht weil du dich da selbst reinverfrachtet hast, oder weil dir andere Menschen immer wieder, mit Genauigkeit vor Augen gehalten haben wo deine Grenzen sind. Dein Traum schrumpelt vor sich hin und die Sehnsucht wird entweder irgendwann ganz verkümmern oder sie schafft es immer wieder dich anzufeuern den Kampf mit dem was dich einengt aufzunehmen. Du versuchst dich immer wieder mal loszureißen von den schweren, kalten und eisernen Ketten, an die du gefesselt bist. Wenn du es mal geschafft hast, dich mit aller Kraft davon loszureißen, dann bauen sich als nächste Hindernisse die hohen Mauern das Gefängnisses, vor dir auf.
Und in den meisten Fällen gibst du den Fluchtversuch auf und verkriechst dich gemeinsam mit deinem Freund dem Traum und deiner Freundin der Sehnsucht tief in den letzten Winkel des Gefängnisses. Was tust du da? Du resignierst, dann entschließt du dich vielleicht auf eine nächste, bessere Gelegenheit zu warten und eventuell sammelst du in der Zeit neue Kräfte für den nächsten Kampf, aber nur eventuell.
Es ist und bleibt zwar ein Kampf und wie er ausgeht ist nie vorhersehbar, aber dann kommt mir dieses Kinderlied wieder in den Kopf:
…Träume kann dir keiner nehmen, dafür musst du dich nicht schämen. Mach, was du am besten kannst, verliere nie den Mut….

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