Abgetaucht
Ich behaupte mal, jeder, der die Grundschule hinter sich gelassen hat, kennt Augenblicke wie diesen. Momente, in denen die Anforderungen und Probleme des Alltags so groß werden, dass man am liebsten den Kopf in den Sand stecken möchte. Es sind jene Tage, an denen es morgens wenig sinnvoll erscheint überhaupt aufzustehen und man fieberhaft überlegt, ob das Kontingent von „krank sein“ und „blaumachen“ in diesem Monat schon ausgereizt ist oder ob da vielleicht noch was geht …
Die Kleinkindphase erscheint auf einmal wieder reizvoll, in der man tatsächlich glaubte, mit den Händen vor den Augen unsichtbar zu sein.
Mir scheint, dass die “Kopf-in-den-Sand-steck” Momente proportional zum Alter zunehmen.
Die Konsequenzen der Entscheidungen werden komplexer, vielschichtiger und weitreichender je älter man wird und je mehr Leben gelebt wird.
Während die einen öfter mal im Sand abtauchen, denken die anderen übers Auswandern nach. Einige greifen zu stimmungsaufhellenden Pillen, wieder andere zur Flasche.

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