kontinentaldrift
mir geht der (eigene) blogbeitrag von gestern nicht aus dem sinn. da ist von der „verborgenen welt“ die rede. einer welt also, die hinter unserem make up und den trendigen klamotten beginnt. nicht falsch verstehen: ich habe nix gegen ein stylishes outfit und einem entsprechenden make up - im gegenteil.
unser outfit ist der sichtbare teil unserer welt. hier können wir präsentieren, darstellen, auffallen, die unserem typ entsprechende farbzusammenstellung wählen, reaktionen bei anderen hervorrufen und so weiter. hinter den klamotten aber beginnt meine für - alle anderen - unsichtbare welt: gefühle, hoffnungen, wünsche, sehnsüchte, erwartungen, verletzungen, schmerz, leid, wut, zorn. wenn diese beiden welten zu sehr auseinander driften, kommt´s zum chaos.
es gehört zu unseren täglichen bemühungen, beide welten zu beherrschen. die äußere macht uns dabei (meistens) kaum probleme. schwieriger wird´s mit unserer unsichtbaren welt - denn die macht sich irgendwann selbständig.
in vielen gesprächen zeigen sich diese auswirkungen: am anfang ist sicherheit, souveränität und selbstbeherrschung. nach einigen fragen startet die verborgene welt den kontinentaldrift. sie macht sich selbständig und kann mit eigener kraft nicht mehr „gesichert“ werden… und dann kommen die tränen. die lebens-geschichten, die dann erzählt werden, sind tragisch. und meistens ist da von verletzungen die rede, die andere zugefügt haben. ereignisse, die manchmal jahrelang in der vergangenheit zurück liegen. also: dass man seit 283 tagen und 14 stunden nicht verziehen hat, merkt man spätestens daran, dass man den zeitpunkt exakt bestimmen kann…
erwähne ich in solchen gesprächen den namen “jesus”, nennt mein gegenüber meistens zwei begriffe: “ich” & “muss!“ also: „ich muss lieben“; ich muss vergeben“; ich muss dienen“; ich muss demütig sein“. „ich muss ich muss ich muss“.
schon heftig, was ich alles muss. angeblich. erst vor wenigen tagen habe ich in einem gespräch aufgehört, die „ich muss“ zu zählen. es ging nicht mehr. in jedem zweiten satz gab´s diese wortkombination.
dieses thema ist eines für den nächsten podcast. der titel steht (jetzt schon): eiszeit. bis dahin die einladung, mal zu überlegen, was du alles so “musst”. und warum. und was passieren würde, wenn du mit dem “müssen” aufhörst.

RSS
Podcast abonnieren


