Mit ‘Liebe’ getaggte Artikel

Heilige in der Nacht

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fliehen. entfliehen. flüchten. sich absetzen. ausbrechen. entlaufen. desertieren. überlaufen. entweichen. durchgehen. entkommen. weglaufen. davonlaufen. entwischen. ausrücken. ausreißen. wegrennen. fortlaufen. davongehen. verschwinden. sich aus dem staub machen.

wie auch immer.

fort.

heilige in der nacht.

wenn mich gott nicht mehr liebt

in den vergangenen 48 stunden gab´s in vielen gesprächen nur ein thema: „Gott liebt mich nicht mehr“. auf nachfrage, wie es zu dieser feststellung kam, gab´s wiederum ähnlich lautende aussagen. nämlich: ich habe keinen erfolg (mehr) im leben.

konkret:

  • eine zwei in der mathearbeit: Gott liebt mich.
  • schulklasse wiederholen: Gott liebt mich nicht.
  • erfolg im beruf: Gott liebt mich.
  • keine kunden und drohene insolvenz: Gott liebt mich nicht (mehr).
  • liebevoller partner: Gott liebt mich.
  • horrorehe: Gott liebt mich nicht.
  • Gott erhört mein gebet: er liebt mich.
  • wenn er es nicht erhört…

und.so.weiter.

ich kenne niemand, der über unglück jubelt, das sich gerade in seinem leben austobt. ich frage mich allerdings schon, warum wir missgeschicke oder unglücksfälle oder nöte SOFORT mit „strafe gottes“ oder seinem liebesentzug in verbindung bringen. verstehen wir Gott als jemand, der dafür zuständig ist, alles leid von unserem leben fernzuhalten? oder: müssen wir funktionieren, damit Gott für uns „funktioniert“? wenn dem tatsächlich so wäre, wie sähe dann unser „funktionieren“ konkret aus?

dazu eine kleine geschichte aus “die hütte und ich” von kerstin hack.

der ganze stolz eines chinesischen bauern waren sieben wunderschöne weiße pferde. eines nachts ließ sein sohn versehentlich das gatter offen und die pferde rissen aus. die nachbarn des bauern kamen zu ihm und sagten: „welch ein unglück hat dich getroffen!“ der bauer antwortete: „ein unglück oder ein glück - wer will es sagen?“ vierzehn tage später kamen die pferde zurück und brachten sieben wildpferde mit. die nachbarn freuten sich mit dem bauern: „welch ein glück hat dich getroffen!“ er lächelte und antwortete: „ ein unglück oder ein glück - wer will es sagen?“

eine kleine weile später warf eines der jungen pferde den sohn des bauern ab, als er es zureiten wollte. er brach sich das bein und sein vater war in der erntezeit ganz auf sich allein gestellt. wieder kamen die nachbarn und sagten: „welch ein unglück hat dich getroffen!“ und erneut antwortete der bauer: „ein unglück oder ein glück - wer will es sagen?“ kurze zeit darauf zogen die kaiserlichen truppen alle wehrfähigen jungen männer für den harten krieg an der grenze ein - bis auf den sohn des bauern mit dem gebrochenen bein. die nachbaren kamen und sagten…

ein unglück oder ein glück - wer will es sagen?

Was bist du bereit zu tun?

Was bist du bereit für jemanden zu tun, den du wirklich liebst?

Eine Niere spenden? In den Knast gehen? Deinen Lieblingspulli verschenken? Den Hochzeitstermin verschieben? Sterbebegleitung? Auf Geld verzichten? …

Die Bibel definiert, dass der ein wirklich guter Freund ist, der sogar bereit ist sein Leben für den anderen zu geben. Das ist eine harte Herausforderung. Vermutlich kommen nur sehr wenige Menschen überhaupt in so eine Situation in der das eigene Leben gegen das des Freundes steht. Aber was wäre wenn … Ich glaube, dass man einen Menschen so sehr lieben kann, dass man bereit ist für ihn zu sterben. Wobei das entscheidende Kriterium „so sehr zu lieben”“ ist.

Was bist du bereit für deinen Feind zu tun?

Eine Niere spenden? In den Knast gehen? Deinen Lieblingspulli verschenken? Den Hochzeitstermin verschieben? Sterbebegleitung? Auf Geld verzichten? …

Hier kriecht schon nur beim Lesen die Wut in uns hoch. Nicht genug, dass man Feinde haben kann, aber auch noch etwas FÜR sie tun? Oder FÜR sie aufgeben?

Genau das fasziniert mich an Jesus. Er war bereit nicht nur für seine Freunde sondern auch für seine Feinde zu sterben. Und zwar nicht, um als Held gefeiert zu werden, in Geschichtsbüchern zu landen oder die Hinterbliebenenrente zu gewährleisten. Er tat es aus Liebe. Auch aus Liebe zu seinen Feinden.

Wir sehen uns in der Hölle!

Sie war eine Arbeitskollegin von mir. Wir hatten einige Jahre zusammengearbeitet, bevor ich kündigte. Ihr Mann war Engländer, ein riesiger jähzorniger Hüne, der seine Frau regelmäßig verprügelte und unter Druck setzte. Sie hatten jung geheiratet und ein gemeinsames Kind. Er drohte ständig damit, sich selber umzubringen oder sich mit dem Kind nach England abzusetzen, falls sie ihn jemals verlassen würde.

Also blieb sie. Als ich ihrem Mann das erste Mal begegnete, war „Angst einflößend“ das, was mir durch den Kopf schoss. Gut zwei Meter groß, stark tätowiert und ein Blick, der jedem bedeutete, ihm besser nicht zu nahe zu kommen. Ich machte auf jeden Fall einen Bogen um ihn, wo immer ich ihn sah.

Trotz aller Androhungen beschloss meine ehemalige Kollegin, ihren Mann nach 18 Jahren zu verlassen. Vor zwei Wochen erhielt sie während eines Aufenthalts bei ihren Eltern einen Anruf der Polizei: „Ihr Mann hat sich erhängt.“ Man fand ihn in einer alten Fabrikhalle, nahe der Wohnung.

Per SMS erhielt sie seine letzten Worte: „Ich werde dich immer lieben. Wir sehen uns in der Hölle.“

Es hat mich betroffen gemacht, von seinem Selbstmord zu hören. Nachdem ich eine Weile über seinen letzten Satz nachgedacht habe, fiel mir die Widersinnigkeit auf. Liebe und Hölle lassen sich nicht vereinbaren. Hölle bedeutet die vollkommene Abwesenheit von Liebe.

Spaßbremse(n)

sex„Wenn ich sehe, wie manche Christen leben, dann könnte ich nur noch kotzen. Sie kapieren einfach nix. Sie schmeißen mit Geboten wie: „Kein Sex vor der Ehe!“ um sich, haben aber keinen Plan, wie das praktisch aussehen soll. Ich meine, wer schafft es denn heute noch,  bis zur Ehe zu warten? …
Bei so schwachsinnigen Regeln kriege ich einen Hals auf alles, was mit Gott zu tun hat …“

Ich sehe sie vor mir, während ihre wütenden Zeilen über meinen Bildschirm flackern. Und ich kann sie verstehen. Wenn mir Gott als Spaßbremse und einer, der unsinnige Regeln erfindet, vorgestellt würde, hätte ich keine Lust seine nähere Bekanntschaft zu machen. Und wenn Christsein nicht mehr wäre, als das stumpfsinnige und krampfhafte Bemühen eben jene Regeln einzuhalten, hätte ich auch daran null Interesse.

Aber Gott ist anders. Völlig anders. Und es lohnt sich, ihn so kennenzulernen, wie er wirklich ist.

Völlig Banane!

palmeVor fast einem Jahr brachte mein Chef diesen kleinen Bananenbaum mit ins Büro, stelle ihn auf meinen Schreibtisch und bat um Asyl für die Zeit seines Urlaubs. Bananenbaum in einem Bananenübertopf ist ein bisschen zu viel Banane für meinen Geschmack aber für eine Urlaubsbegießung sollte es wohl reichen.

Zurück aus dem Urlaub war erst keine Zeit den Bananenbaum wieder mit nach Hause zu nehmen. Dann kam eine Krankheit dazwischen (vom Chef, nicht vom Baum ;-) ) und schließlich blieb der Baum samt Topf bei mir. Ich liebe Pflanzen, aber den Bananenbaum habe ich nie wirklich gemocht. Nur will das Ding trotz meiner halbherzigen Pflege einfach nicht eingehen! Ein paar Mal sah es schon verdächtig danach aus, aber irgendwie ist der Baum ein Überlebenskünstler und schafft es tagelang ohne einen Tropfen Wasser mit minimalster Erde im Topf auf engstem Raum klarzukommen. Er erdreistet sich sogar neue Blätter zu bekommen … und dafür bewundere ich ihn schon fast.

Menschen sind anders als Bananenbäume. (Zugegeben ist das keine umwerfend neue Erkenntnis) Menschen brauchen Zuwendung, Anerkennung, Bestätigung und Liebe um überleben zu können. Ungeliebte, unbeachtete oder ungewollte Menschen gehen innerlich irgendwann ein. Auch wiederum anders als beim Bananenbaum gibt es dafür äußerlich fast keine Anzeichen. Sie lassen weder die Blätter hängen noch ändern sie ihre Farbe. Aber innerlich sterben sie ab.
Jesus wiederum ist anders als wir Menschen. Er kann durch ein scheinbar völlig intaktes Äußeres direkt ins Herz sehen. Und ihn interessiert, was er dort sieht. Niemand ist ihm gleichgültig. Und es gibt niemanden, den er nicht liebt.

Why?

An diesem wunderschönen Sonnentag fällt es mir nicht leicht, mir vorzustellen, dass am „Karfreitag“ vor ungefähr 2000 Jahren eine völlig andere Atmosphäre den Tag prägte. An dem Tag, an dem Jesus, der Sohn Gottes starb, gab es statt Sonnenschein stundenlange Dunkelheit, statt Vogelgezwitscher die Schreie einer aufgebrachten Menschenmenge und statt einer entspannten Feiertagsstimmung ein Erdbeben. Die Frage nach dem „Warum?“ drängt sich unweigerlich auf. Das Lied von Nicole Nordeman beantwortet diese Frage auf sehr persönliche Weise.

Kopf ab!

valentinDer Valentinstag liegt gerade schlappe zwei Tage zurück und schon ist der Kriegs Krisenalltag in den meisten Beziehungen wieder eingekehrt. Es wird wieder wegen der Socken auf dem Boden gestritten, der falsch ausgedrückten Zahnpastatube, dem Fernsehprogramm oder dem Fahrstil. Es geht um kleine und große Sticheleien, Halbwahrheiten, ironische oder verletzende Bemerkungen. Es geht um Eifersucht und Misstrauen, gebrochene Liebesschwüre und falsche Versprechungen.

(Spätestens) zwei Tage nach Valentin erinnert der allgemeine Beziehungsstress eher an die Ursprünge des Valentinstags, als nämlich der Begründer Valentin von Terni vom Kaiser Claudius einen Kopf kürzer gemacht wurde. Enthauptung statt roter Rosen. Krieg statt Frieden.

Und doch ist die Sehnsucht trotz oder gerade wegen des Beziehungsalltags da, die ganz große Liebe zu finden. Und mit ihr bis ans Lebensende einfach nur glücklich zu sein. Völlig unrealistisch sagen die einen, romantischer Schwachsinn die anderen. Und wieder andere sagen, dass es erlebbare Realität werden kann. Ich gehöre zu Letzteren und habe die Liebe meines Lebens gefunden. Mehr …